Aufwind

Aufwind

Vorbeigesaust in eil’gem Schritt
Das Glück war da, ich wollte mit.

Vorbei, wenn alles anders wird,
Wenn die Sonne aus sich den Mond gebiert.

Wenn ich dann tanz‘ von Stern zu Stern,
Dann sage mir, Du hast mich gern.

Wenn ich dann weine an dem Fluss,
Geh sacht zu mir mit leichten Fuß.

Und tröste mich mit deinen Händen.
Sie können das und Schicksal wenden.

Wenn alles and’re Leid verspricht.
Unser Leben sich mit Licht verflicht.

JB-01-2016

Sommerblumenwiese

Sommerblumenwiese

Erhoben aus Traumbildern
Erschaffen aus Sagen den wilden
Treue Wunschgedanken
Pan und Psyche wie sie zanken

Amor jagt mich mit Pfeilen
Hänge in den Liebesseilen
Verwunschen und ungeküsst
Wirst du schon sehr vermisst

Öffne die Truhen so wie die Türen
Pforten und Schlüssel, wohin sie auch führen
Geh in Gedanken auf Freiersfüßen
Kein Schwert mehr für mich
Will nicht mehr büßen

Sommerblumenwiese
Hoffe und genieße
Will jetzt schlafen gehen
Werde schon bald verstehen

JB-01-2016

Quellental

Quellental

Ich ruhe in mir bei den sieben Quellen.
Seh‘ meinen Hass zerschellen.
Streichle das wilde Tier.

Unglaublich wie schwarz hier die Nacht.
Hab‘ meine Liebe mitgebracht.
Hab‘ Angst, dass ich sie hier verlier‘.

Geflügelt erscheinst Du im Tal.
Bist so schön, s’ist eine Qual.
Werd‘ leiden wegen meiner Gier.

Wenn ich für mich bin.
Offen und frei in mir drin.
Spielst du für mich am Klavier.

JB-01-2016

Vielleicht

Vielleicht

Vielleicht könnt‘ ich für Dich Glück bedeuten.
Ich unter allen Leuten.
Wär’s ein Verbrechen zu gesteh’n,
Dass uns’re Herzen immer zueinander weh’n?

JB-01-2016

Die Kunst

Die Kunst

In mich hineinlächelnd,
Die Zeichen an der Wand zu deuten.
Ach, was für geheime Freuden,
Ein Bild wie meinen Traum zu deuten.

Schneeengel, Halsschmuck,
Kunst, die alle Wege ziert.
Damit die Menschheit nicht mehr friert.
Angst und Kummer an Boden verliert.

Ich träume, wenn ich Kunst beseh‘
Und Zeilen lese in dieser wirren Zeit.
Bilder schau, welch‘ hohes Geleit.
Bin dann von allem Hohn befreit.

Zeig mir ein Gemälde,
Ich sehe Dein Gesicht.
Ich frage und ich ford’re nicht.
S’ist immer Kür und niemals Pflicht.

JB-01-2016

Die Muse

Die Muse

Ich wünschte mir, ich könnte bei Dir bleiben.
So groß Dein Herz, Dein Lächeln segnet.
Aber so wie es manchmal regnet,
Schwämmt es mich fort, die Muse lässt mich treiben.

So wie ich träum‘ von bunten Worten,
So schenkt die Muse mir den vielgesuchten Rat.
Ich schreibe auf und gehe diesen Pfad,
Durchschreite im Traum ganz and’re Pforten.

Du bist so gut zu mir, ein wilder, schöner Mann.
Ich träume vom geteilten Leben.
Doch will mein Herz sich nicht hingeben.
Verschließ‘ es und verlier mich ganz.

Sie schenkt mir Verse, du verliebten Blick.
Wie soll ich mich entscheiden?
Nicht mehr das Amt der Dichterin bekleiden?
Ich frag‘ die Karten oft nach unserem Geschick.

Warum kann ich nicht beides haben,
Den Traum und ein gemeinsam schönes Leben?
Will endlich diese Schleier heben,
Mich an der Muse und an Deiner Liebe laben.

JB-01-16

Verschluckt

Verschluckt

Hab mein Gefühl verschluckt,
Ging meiner Wege.
Hab Worte ausgespuckt,
Lügen so träge.

Verzicht auf Küsse,
Keine Berührung mehr.
Kenn keine Lüste,
Hallo, das fällt schon schwer.

Frühling muss kommen,
Öffnet meine Seele.
Will wild mich verlieben,
Niemand weiß, wen ich wähle.

JB-12-2015