Vakant diese Stelle um meinen Schmerz. Wie sie mich ausmacht. Das hoffnungsfrohe Lachen gilt einem Menschen. Genau wie das Stille Bangen. Wie gleichsam einsam kann ich sein? Das Flutbett leer, doch hör ich Wassermassen. Wenn in mir klingt dein Name, will es rauschen. Davon das ich Feuer bin, will ich nichts hören, ich will tauschen, das Wasser in mir brodelt, weil du Feuer bist. Dir nah, erwacht mein Wissensdurst. Das Meer ist mein Gefühl, ein Ozean aus Sehnsucht verlangt nach Sonnenstrahlen. Der Regenbogen zeigt das Bündnis an. Und endlich will ich dir zur Ehre meine Wahrheit sprechen. Will das Band nicht zerbrechen, will es stärker knüpfen. Sehe in dir Hoffnung, die Regen bringt, an Küste, in Wüste, in Wald und auf die Felder. Will alles geben, darum lass mich jetzt noch in Ruh. Denn dieser mein Segen braucht die Dunkle Zeit zum Reifen, braucht meine Furcht, wie eine Frucht und will mein Tosen, um zu wachsen. Vakant die Stelle, die mein Herz bewegt. Meine Raserei verliert sich, wie eine Welle, die sich am Strande bricht. Die Tiefe der Bewegung landet an, um zu formen neues Land.
Wer hat gehalten, was sie versprach?
Verschanzt, hinter Nichtigkeiten.
Das Wort und alle Zeiten,
Lassen ab, unverrichteter Dinge; geben nach.
Was mir so ins Geblüt geschossen,
In milden Gaben deiner Gunst,
Was mir fehlt, ist die dunkle Kunst.
Meine Seele ist noch nicht verraucht und in die Höhe geflossen.
Höhlenkinder mit unendlicher Filmauswahl.
Das Leben liebt zu kosen und zu zerreißen.
Wie eine Katze, kann ich es unmöglich zurecht weisen.
Wir suchen Tränen und finden Treibholz verbaut im Ochsenstall.
Der Wagen führt mich in die Fremde.
Das Auge tränt, mein Mantel schimmert.
Wenn auch immer wieder eine Eule wimmert,
Ich fahre weiter, bis ich das Blatt zu meinen Gunsten wende.
JB 12_2021
Doodle: Portraitzeichnung einer Werwolffrau, JB-11-2021, puzzledsphinx
Die Luft, wie gebrannter Ton. Um mich der Wind, der meinen Körper schleift. Tag für Tag draußen bin ich und auf der Suche. Meine Kinder um mich. Ich lehre sie überleben in einer Welt, die wir fast getötet haben. Das was noch lebt, ist der Tod selbst für diesen unseren Planeten. Nur gut, das wir nicht gewandert sind in andere Welten. Wir werden so lange leiden, wie unsere Mutter es zulässt. Alles vergessen, fast alles. Alles was noch übrig ist an Wissen: Biologie und Geschichte, Politik nicht, nein nicht mehr, das lehre ich sie. Bis ich leer bin und mich in der Leere wiederfinde. Ich hoffe, das Lied meiner Ahnen wird in ihnen glühen wie über uns die Sonne und ihnen Demut beibringen, so wie ich ihnen Stolz beibringe. Und immer wieder dieses Lied in meinem Ohr, es singt die Farbe Grün: weite Wiesen, Wälder mit Bäumen höher als die Ruinen. Es singt von der Farbe Blau: unendliche Ozeane, Seen, Flüsse, Wasser. Ich lecke meine Tränen auf und schmecke das allgegenwärtige Salz auf der Zunge. Ich fange an zu sprechen, meine Kinder hören mir aufmerksam zu.
Ausgedörrte Erde mit einzelnen Grasbüscheln, Foto: JB 2021
Verzweiflung sieht die Sterne oben leuchten von tief unten, gerade wegen dieser Dunkelheit.
Der Weg, den ich gehe, ist gepflastert von Ideen, beleuchtet und beschattet von Zeit.
Fantasien will neu-entstehen, zwischen Buchdeckeln, wenn schon nicht in Wirklichkeit.
Will schreiben, was mich begleitet so lange Zeit und entdecken wie sich weiterspinnt,
Der Faden, dem unser Leben entrinnt.
JB 11-2021
Verschlafen, fast ganz eingebüßt meine Sehnsucht.
Finde, es geht mir besser ohne dieses Suchen.
Doch bin ich ganz und gar zufrieden ohne inneres Rufen und ohne Kluft?
Das Leben, das ich lebe, sinkt dank Völlerei tief in Routine ein.
Laufe wie mit Ketten im Morast.
Bin gerüstet für einen längeren Aufenthalt im Knast, zusammen mit alter Pein.
Doch mein Blut wird dort alt, da die Sonne es nicht aufwärmt.
Mein Körper wird fad, da er nicht eintaucht in Gefühl.
Mein Herz wird kalt, vor lauter Kalkül, da es nicht schwärmt.
Mein Suchen treib ich nun voran und bin wieder im Spiel.
Wille zündet Funken, leuchtet, ihr die Mut hat, diese Straße weiter zu erkunden.
Sie trägt davon tiefe Wunden, doch salbt sich am Ziel.
Dort fällt die Sünde ab von mir, wie eine alte Haut.
Verrenke nicht mehr meine Freundlichkeit.
Bevor mein Hoffen nochmals ergraut, Ihr verzeiht;
Rufe ich es aus und schreibe dann auf:
“Wann und wo sonst als hier und jetzt ist für die Liebe Zeit.“
JB-11-2021
Seit es literatpro.de als Plattform so nicht mehr gibt, veröffentliche ich nicht nur nichts mehr, ich schreibe auch viel viel weniger. Ungern schreibe ich für den leeren Raum. Das wird mir umso klarer, je schwieriger es wird (wohl auch wegen Corona), meine Gedichte zu veröffentlichen in einem Leipziger Verlag. BOD überlege ich jetzt, aber habe gerade überhaupt keine Kohle.
Was tun?
Weiter lesen und mir meiner Stimme immer bewusster werden. Was will ich sagen und wie will ich es ausdrücken? Was will ich der Welt mitteilen?
Dazu kommt noch die Frage, ob ich meine „Alten Sachen“ noch wertschätzen kann? Stehe ich noch hinter meiner Sehnsuchtslyrik oder ist das für mich wie für andere Lyriker*innen nicht relevant genug um zu überdauern? Ich habe Liebe empfunden und dieses Gefühl wenn das denn möglich ist, in Versen verdichtet. Mein letzter Text über Mary Wollstonecraft Shelley rührt etwas in mir an. Er singt ein Lied von Geburt und Sterben, davon etwas zu schaffen, was in der Welt etwas bewirken könnte und wenn nur bei einem einzigen Menschen.
Warum schreibe ich?
Angefangen habe ich, um meine Gedanken aus dem Kopf zu bekommen. Festgeschrieben stolpern sie nicht mehr ungefragt über die Schwelle in mein Denken. Nicht mehr so oft, nicht mehr so intensiv. Warum habe ich also damit aufgehört, bis auf die eine Seite Tagebuch am Tag? Ich bin selbst gerade im Wandel begriffen und werde mir immer mehr bewusst dessen, dass ich mich schmelze und neu forme. Wenn nicht Tag für Tag, dann doch Monat für Monat und Jahr für Jahr. Meine Gedanken sind in Rage und wüten durch den Käfig in den ich sie gesteckt habe, so dass ich überwältigt werde von Gefühlen, die ich nicht greifen kann. Mein Kopf rast. Keine Rast in Sicht. Und doch, ich schreibe wieder. Für mich? Für andere?
Immer für mich, immer um klar zu kommen, Probleme zu analysieren, Lösungen zu erschaffen.
So zum Beispiel: Ich habe meinen Blog, ich suche mir vielleicht ein anderes Schreibportal, Corona ist auch irgendwann vorbei hoffentlich und bis dahin sichte ich über dreihundert Gedichte, siebe aus und wenn nötig hab ich auch einen funktionierenden Drucker. Dann drucke ich halt selbst wieder aus mit Zeichnungen und Fotografien, genug Stoff ist da. Ich muss mich nur daranmachen und darauf habe ich auch wieder Lust und Zeit.
JB-JohannaBlau-hybridmoment-puzzledsphinx, Oktober 2021
Die Worte wollen wissen was wir wünschen zu wirken.
In meinem Sein trägt der Wunsch Früchte, mich zu entdecken.
Das Wollen und die Lust daran erstickt noch in Einsamkeit.
Doch meine Augen finden Fragen und Antworten in deinen Augen.
Der Herd bindet mich nicht und ich will auch sonst an niemanden gebunden sein.
Ich bin frei zu entdecken, wer ich bin.
Ein Mensch, der liebt kennenzulernen, Tiefe Gründe auszuloten und mich dabei tanzend zu versuchen.
Rufe ich die Schatten, sind sie da, mir Erkenntnis zu geben.
Bin ich licht in Momenten der Einsamkeit, für Sorgen bereit.
Bereit mich zu geben.
Bereit zu vergeben.
Bereit zu erleben.
JB 10-2021