ein huf des seltenen tieres
zertritt in schuhen aus gebälk
das wort
sonderbar erfährt mein ruf
erhörung im frühlingshaften
umgang
immerzu forschend mein blick
aus uns erkennenden augen
ein versprechen
und der hall deiner wünsche
umspielt meinen kopf
wie einfälle
hüfthoch saust vertraut
der wind
um mich zu verführen
spiegel
glanz liegt da wie verschwendet
wendet sich das notenblatt
musik
lodert auf
im balanceakt liebe
die taten
rühmen sich des spiels
verwundbar leise
quell
offener Fenster
offener Herzen
Ob nun verwandt oder gut bekannt
Erfahren im Geben
Ist in diesem Kalten Land
Nicht nur Prometheus, der das Feuer fand
Auch alle, die Erinnern und Gedenken
In Mitgefühl von innen heraus Schimmern
Und sich selbst verschenken
Familie für die Seele
Umarmung, die ich wähle
Um zu beglücken die Menschen, die ich am liebsten mag
Um zu entrücken, die Menschen, dem dröhnenden Alltag
Um zu verzücken, die Menschen, die ich viele Fragen frag‘
Ummantelung, die ich bequem ohne Zutun abgebe
In diesem meinem Umfeld
So viele, die sehr gern helfen
Sich selbst finden
Durch das Gegenüber
Geschwister
Im Geiste
Zusammen Werden Wahr Wunder Welten
Wird wirklich, Was wir gewünscht
Hämmernde Herzen
Zueinander fliegend
Wie Vögel ohne Federn sind wir
Brauchen nicht Ellenbogen
Brauchen Nestwärme
JB-01-2020
Ich suche meine Tochter
Ich weine und ich klage
Wo ist meine Tochter?
Sieh, wie ich verzage
Alles schwelt und brennt
Alles Leben mir egal
Alle Wesen enthemmt
Diese Suche meine Qual
Ich suche meine Tochter
Wo hat er sie versteckt?
Ich suche meine Tochter
Helft mir oder ihr verreckt
Kore
Wie sie Kräuter pflückt
Denk ich daran
Werd' ich bald verrückt
Die Wiese jetzt trocken
Mein Fuß steckt sie in Brand
Die Bäume dürsten
Bald brennt das ganze Land
Er hat sie mir entrissen
Ein halbes Leben ohne Sonnenlicht?
Verschleppt, misshandelt
Dieser Handel schmeckt mir nicht
Ich bin ihre Mutter
Ich leide ihre Leiden
Gib sie mir Zurück
Lass sie sich entscheiden
Das Land, es siecht dahin
Flüsse verrinnen
Tiere flüchten, nur wohin
Menschen kämpfen ohne Sinn
Gib mir meine Tochter
„El Violador Eres Tu“
Gib sie mir zurück
Und die Flammen geben vielleicht Ruh'
JB-01-2020
Balance ist für mich grundlegend und ausschlaggebend für so Vieles. Wenn ich sie verliere, wartet das Chaos. Emotional. Irrational. Strukturell. Dann ertrinke ich in Erlebtem, Ausgedachtem und Zukünftigem. Die Zeit ist keine gerade Linie mehr, sie umschlingt mich. Die vielen Möglichkeiten rauben mir den Atem.
Wer könnte ich sein? Was habe ich verpasst? Wie kann ich das wieder gutmachen? Was könnte ich schaffen? Und dabei kann mir keine*r wirklich helfen. Während dies alles meine Gedanken beschäftigt, kann es sein, dass ich einkaufe, Wäsche abhänge oder mit Freund*innen rede. Meine Innenwelt ist für andere so gut wie unsichtbar. Die Zweifel, die Unsicherheit, die Verzweiflung, auch die knallige Euphorie. Ich funktioniere, während ich tagträume.
Will ich das? Diese Schere aus Alltag und Traum ist gefährlich. Gerade wenn sie zu sehr auseinander klafft, droht sie meinen Bezug zur Wirklichkeit zu zerschneiden. Soviel Energie in dem was ich will. Wie kann ich das nutzen?
Die Frage ist doch: Wer bringt mich dazu etwas zu wollen? Wer sagt mir, was gut für mich ist und was schlecht? Zu Anfang sind das die Eltern, die ihrerseits von ihren Eltern gelernt haben. Das ist ein wichtiger Punkt. Ich wurde geprägt durch Ältere, die Erfahrung haben und diese mir weiter vermitteln wollen.
Doch ist das alles? Wie wäre Fortschritt möglich, wenn es so wäre? Ich träume andere Träume als meine Eltern. Ich wünsche anders, ich lebe anders, ich liebe auch anders. Wo kommt das her? Nur aus den Medien? Diese Prägung seit früher Kindheit ist nicht zu unterschätzen. Mir wird etwas vermittelt, ich lerne daraus. Suche mir Vorbilder, himmele Menschen an, die mir noch nie begegnet sind. Schau mir an wie sie leben und versuche vielleicht ihnen nach zu eifern.
In meiner Jugend habe ich mir in meiner Fantasie ein Alter Ego erschaffen. In Tagträumen ließ ich die wunderhübsche, smarte Frau auf meine Idole treffen und mit ihnen Abenteuer erleben. Ich war 14 Jahre alt, wohnte auf dem Dorf und war in mir gefangen. Mein Spiegelbild entsprach nicht dem Ideal der Stars in der Bravo. Ich empfand mich als langweilig und nicht wert, gemocht zu werden.
Die Tage zogen sich in die Länge. Ich las viel. Schaute viel Fern. Ich träumte mich ein in diese Welten und entschwand in meine Träume.
Was mich angeht, habe ich mich verändert. Durch Krisen bin ich aus dem Käfig meiner Selbstwahrnehmung ausgestiegen und habe mich von Außen und durch die Augen anderer betrachtet. Ich habe darüber nachgedacht, was mir wirklich wichtig ist. Die Energie für Projekte wie Schreiben, Fotografieren und auch die Liebe finde ich mehr und mehr.
Nicht wirklich mein Äußeres hat sich verändert. Meine Einstellung hat sich geändert. Ich nehme eine andere Perspektive ein. Ich bewerte nicht mehr ständig mich oder Andere. Ich lege keine Maßstäbe mehr an. Ich bin.
Wenn ich Werbung schaue, dann ist das eine Welt, mit der ich nicht mehr viel zu tun habe. Statussymbole, Dinge, die mich festhalten in Rollen, die mich festhalten in Lebensläufen. Das alles spricht nicht mehr zu mir.
Wie kann ich den Unterschied vermitteln? Etwas zu haben, um etwas zu sein. Erich Fromm hat das durchschaut. Ich habe mich etwas mit seiner Sichtweise beschäftigt. Ich habe gelesen und adaptiert. Und wie Fight Club zu sehen, hat es etwas ausgelöst. Es ist so, als ob ein Vorhang fällt und ein wunderschöner, mir unbekannter Raum sichtbar wird, in einem Haus, in dem ich aufgewachsen bin. Abenteuerlustig erkunde ich diesen Raum und finde dabei nichts Greifbares.
Was ich finde, sind Möglichkeiten, was ich finde sind Fragen. Seitdem lerne ich täglich zu hinterfragen. Ich schaue hinter Vorhänge und fordere mich dazu heraus, um Ecken zu denken. In einer Welt, in der es viele gerade Straßen gibt, erweitert das meinen Horizont. Egal, ob es mein Denken ist oder etwas, was andere in Gesprächen äußern, ich hinterfrage. Dabei ist nicht Politische Korrektheit oder Bürgerliche Moral mein Maßstab. Ich orientiere mich an der Balance. Diese muss ich abgrenzen von Neutralität, denn mein Bauchgefühl ist ein wichtiger Faktor auf meinem Weg durch den Wertewald.
Ich spüre dabei unangenehmen Gefühlen nach. Denn wenn ich auf diese stoße, finde ich oft eine Lektion über mich und mein Selbstverständnis. Ein Beispiel ist, als ich, in meinem mit vielen Büchern voll gestopftem Zimmer, etwas gesucht und nicht gefunden habe. Ich hamstere Bücher für schlechte Zeiten. Nur fühlt es sich zur Zeit so an, als würde ich die ganze Zeit einen riesigen Rucksack ungelesener Bücher mit mir herumtragen. Dazu kommt, dass ich noch immer meine Sachen gefunden habe, zwischen all den Dingen. Nun war das nicht mehr der Fall und mir wurde klar, dass sich etwas ändern muss. Ich muss mich von vielem trennen, Ballast abwerfen um beweglicher zu sein. Das fällt mir sehr schwer, aber es wird sich hoffentlich irgendwann anders anfühlen. Wie so oft nach einer Krise, werde ich vielleicht daran wachsen und neue Wege für mich entdecken.
Wie die Schleier von mir fallen, versuch ich nicht mehr zu gefallen mit anerkannten Eitelkeiten. Dabei ist „Liebsein“ so gefährlich, noch schlimmer als ehrlich zu erklären: „Ich bin ich und schwebe oft in andren Sphären.“ Im Ernst, wie Zuversicht, wird Freundlichkeit oft gleich gemacht mit Narretei und der Schwäche des Gemüts, sogar der Verstandesfunktionen. „Wer wird wohl in deinem Oberstübchen wohnen und da mit Tassen um sich schmeißen?“ Mit fast 40 Jahren Praxis im Freundlich sein, kann ich sagen, trotz aller damit verbundenen Widrigkeiten, lohnt es sich oftmals verbale Streicheleinheiten zu wagen.
Welch Schmach, dass uns noch die Psychopathen stolz regieren. Mit Floskeln Tag für Tag die Welt umrunden. Wo sind hier die leeren Stunden, die Gefühl verheißen. Sie bräuchten sie wohl am Meisten. Mit Phantastereien will ich daher nun um mich schmeißen. Einfühlungsvermögen sollten heute alle Leute überall studieren. Wer das in Kindheit nicht gelernt, hat doch noch Chancen es zu tun, in Suppenküchen oder bei „Rette ein Huhn!“
Wer will denn noch ganz hoch Hinaus? Die Luft wird dünn da oben und so ganz allein gefällt der Schmaus doch auch nicht, oder? Ruft mir einen Anwalt, bevor ich es hier noch weiter treibe. Das Gebot der Stunde lautet: „Vergesst alle Gebote und fühlt die Schmerzen dieser Welt!“ Wer dass noch aushält, ist doch eher krank, als jeder Insasse einer Heilanstalt. Öffnet deren Tore und heraus spazieren, Tore, die niemanden regieren wollten. Menschen die lieber Sind als sich übers Haben zu erklären. Menschen, die gedacht haben ohne Geländer. Menschen aus traumhaften Ländern. Menschen, die erfahren haben, wie es ist, sich an Erfahrungen zu stoßen aber auch zu laben.
Wo aus Gedanken, Worte wachsen, wo erwünschte Welten sich begreifen, wo an den Bäumen die Früchte für uns alle reifen und wo belohnt wird, wer an sich wachsen will, da bleiben endlich die Zorneswaffen still. Ich will nicht mehr warten auf das utopische Morgen, will mir zuversichtlich heute schon die Werkzeuge borgen und fragen und erlernen, wie sie zu benutzen sind. Mit Liebe und Vertrauen will ich sie gebrauchen wie ein Kind.
Lasst mich nun ruhig schlafen auf Netzen, gesponnen aus freundlichen Taten, um Kraft zu tanken für den folgenden Jahreskreis. Währenddessen sticht die Zeit in See mit mächtigen Segeln. Gegen den Bug schlagen die Wellen der Veränderung und auch der Wind der Geschichte treibt sein Spiel mit allen Dingen. Auf diesem Schiff gibt nur der Blick nach Innen Wahrheit preis. Wie ich mit Sicherheit weiß, wird alles Gut, wenn wir nur Gutem helfen beim Gelingen.
Im flackernden Licht brennender Urwälder,
Glaube ich nicht an 13. Gehälter.
Doch freue ich mich trotzdem drauf,
Denn Geld kostet es zuhauf,
In dieser Welt gesund zu bleiben.
Nichts lässt sich schwerer verschreiben.
Ich wohne in einem Haus mit Aussicht.
Die Lücke, hoffe ich, schließt sich sobald nicht.
Wir sind getroffen, haben gesoffen
Und ich lasse weiter hoffen.
Fürchte dass es vorbei ist, wenn endlich ausgesprochen.
Der Morgen, wieder leuchtend angebrochen.
Sitze vor LED-Technik,
Ein Kaltes Versteck mit Lichtblick,
Das Draußen scheint mir unnahbar fern.
Die Wahrheit ist ein bitterer Kern.
Sobald ich mich wieder in die Wüste schick,
Hör ich einen leisen Mausklick.
Drama und Heiterkeiten,
Vermutlich hilft da nur Streiten.
Wer will sich sicher verlieben?
Warum nicht mal Schlüssel versieben.
Unendlich treu der Einsamkeit,
Und jeden Tag ein anderes Kleid.
Will Sinn in diesem Haufen Unsinn finden.
Die Flüche legen, die Gefühle binden.
Leg mir die Karten.
Hör auf das Lange Warten.
Gräuel in der Schlucht der Fantasie.
Schlauer werde ich nie – als heute.