Die Nixe

Die Nixe

Seeschuppenpferde tanzen im Sturm,
fliehen die Herde, Verdacht auf Symptom.
Treulose Namen – nur Pflichten ohne Gaben.
Der Tatendrang erlischt,
wenn Wahrheit auf Träume drischt.

Grünhäutiges Meereswesen,
sei mir gnädig, will dich lesen.
Wer ist deine Totenwache?
Was passiert, wenn ich das mache?

Meereswesen tanz in Wogen,
fall zurück und lass das Toben.
Deine Wut ist mein Verstand.
Lass mich sein und nimm mich an die Hand.

Das Land der Schäume sei mein Traum.
Das alles will ich mit dir schau’n.
Dann singend, lachend, toll berichten.
Kein Seemannsgarn doch Traumgeschichten.

7-2012

Höckerschwan
Höckerschwan

Träumerei

Träumerei

Du bist nah, wenn Nähe alles wär.
Grabstille herrscht und schwer
die Luft in meiner Herzensgruft.

Ganz einfach nebenher
gestorben das Gefühl,
dass Du und ich so viel,
so tief empfinden.

Ich säe diese Wunden
und streue Salz hinein.
Es werden Narben sein,
die ich bald in mir trage
und nein zu Neuem sage.

Die Träumerei allein,
die wird mir Freundin sein,
die wird mir Freundin bleiben.

10-2012

Distel
Distel

Losgelassen

Losgelassen

Nicht zu fassen, was ich sagen will,
was ich nicht sagen werde.

Kein Schutz vor Wasser, Feuer, Luft und Erde.

In mir Leere, wenn die Schwere von da unten ruft.

Sieh, wie das Morgen, wie die Hoffnung flucht.

Und ich sage mir: „Alles wird gut!“

10-2012

kritzel-10_2012
Crow

Herzenskinder

Herzenskinder

Den Traum geträumt der Herzgedanken,
wach geworden, aufgestanden.
Alles dreht sich, alles neu,
alles wundersam und treu.

Himmelwärts die Wolken zieh’n,
will ihn suchen, will ihn flieh’n.
Sorglos, traumlos schlafen geh’n,
will ich atmen, Wind wird weh’n.

Was die guten Märchen sagen:
Jene, die noch Träume haben,
die das Herz durch Irrsinn leitet,
immer doch als Narr verkleidet,
wandern sie durch dunkle Zeit,
tragen sie ein buntes Kleid.

Wer nun diese Träumer sind,
weiß jedes Kind.

JB-09-2012

Kraniche im Flug
Kraniche im Flug

Der Reigen

Der Reigen

Ein Reigen Dir zu zeigen,
was ich bin.

Der volle Wahnsinn scheint in mein Gesicht.
Augen zu, ich seh ihn nicht.

Die Nacht ist meine Schwester.
Kenn‘ sie nicht.

Doch glaub‘ ich, ich bin besser
ohne Licht.

Der Traum, zu Dir zu gehen
in mir spricht.

Ich hör ihn nicht.

Doch alles was ich seh
ist Dein Gesicht.

Mir wird so licht.

JB-09-2012

Hagebuttenstrauch mit Blüte
Hagebuttenblüte

Herzhunger

Herzhunger

Getadelt und geschunden,
frei und ungebunden,
verloren und gefunden,
singt von ihren Wunden.

11-2008

Bach im Sommerwald

Traumernte 2

Traumernte 2

Such den Becher in der Welt,
der gefüllt die Wahrheit hält.
Sonderbar im Wahn erhellt.

Freudestrahlend bald verfällt,
Gründe nur für sich behält.
Hoffnung, Gnade – nichts was zählt.

Traum und Ende dieser Zeit,
Fröhlich, kalte Dunkelheit.

Voll der Suche ohne Sinn.
Find nur mich, wo will ich hin?

Gang und Weg und Tor und Ziel.
Sein und Werden, wenig – viel.

Glauben an die Kraft der Zeit.
Was, wenn wenig übrig bleibt?

Unterm Mond im Schatten reift,
tanzt und singt und Worte greift.
Formt, verbindet, weiter reicht.

Zaun gefunden, dort verweilt.
Faun verschwunden, Mal geheilt.
Nichts verbunden, Zeit geteilt.

/ 3-2012

Tulpenwiese