Stolz

Stolz

Wer bist du Stolz, das du uns trägst,
den Wahnsinn in unsere Wunden webst?
Und alles Leiden teilst,
mit uns im Traum verweilst?

Einsam in den Wolken schwebend,
trudel ich an euch vorbei.
Singend, jauchzend, Tage lebend.
Bin ich glücklich?
Ich bin frei.

Wolkenauge, fern der Zweifel.
Wolkenauge, fern der Sicht.
Such den Vogel,
such die Teufel.
Finde Gnade,
finde Licht.

Abend in der Stadt

und wenn ich schlafe

Und wenn ich schlafe

und wenn ich schlafe
träume ich
und wenn ich träume
dann von dir
und wenn ich wache halte ich
dein Traumbild fest
im bette neben mir

dein klang, dein gang, dein blick,
dein wesen
scheint mich aufzuheben
doch bin ich so umfangen
kann nicht sprechen
geh auf schwertern

gestrandet kleine Meerjungfrau

und doch
siehst du nicht wie ich dich will
wie ich dich seh und bei dir bin in allem
wie ich falle
wenn ich geh
und Schuld mich schwer macht
ängste von den wänden hallen

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Der Stern

Der Stern

Und wieder Hoffnung
geboren aus Sehnsucht.
Kreise um Kreise
um Kreise um kreise Dich.

Ich fürchte mich vor meiner Flucht
und wenn ich Dich dann wieder träume,
sind Tage licht
und meine Stunden voller Du.

Dankbar für Dein Sein
auch wenn ich es nicht offenbare.

Ich gehe weg von Dir, ich fahre hin zu Dir.
Du bist die Mitte meiner Herzenswege.
Sondergleichen will ich Dich und wahre
mir meinen Schatten Dich zu sichten.

JB – 2013

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Hab Zugesehen

Hab zugesehen

Hab zugesehen,
wie das Federkleid der Ente schwindet,
Federn halten warm
und Fleisch macht satt.

Hab zugesehen,
wie ein Kalb an meinem Daumen nuckelt.
Wird wohl bald Wurst,
weil es kein Euter hat.

Hab zugesehen,
wie Hühner ihren Kopf verlieren,
Flügelschlagend dem Leben hinterher.

Hab zugesehen,
wie das Karnickel quiekend um sein Leben hoppelt.
Dann hängt sein Körper offen,
hält die Haut nicht mehr.

Hab zugesehen,
wie ein Fisch die Schnauze aufsperrt.
Niemand hört ihn,
Bauch ist plötzlich leer.

Hab wohl auch zugesehen,
wie eine Gans aufhört zu schnattern,
War noch zu klein,
das weiß ich gar nicht mehr.

Hab zugesehen wie Tiere sterben,
hab zugesehen, wie Körper Nahrung werden.
Jedoch was Tiere lebenslang erleiden,
das überzeugt mich, sie für mich
nicht mehr als schmackhaft zu bewerten.

JB 2012 (Änderungen 11-2013)

hahn

nur nicht den einen

nur nicht den einen

verlange frei zu sein von diesem glück
das neue haus zu deiner warterei

verrucht und ungescholten sei so einerlei
und wenn ich mich verdreh nach deiner seele
schau wie klar ich schweige

versuch mich doch zu sehen
wenn ich mich um dich herum verzweige

das hofft in mir du bist gespannt
und alle draußen finden mich so feige
wenn ich wieder leise leide

und wieder alle wege geh
nur nicht den einen

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Heim

Heim

Tritt ein, schenk mir Dein Weglicht als Kamin.
Mein Heim will Deines sein, tritt ein.
Wer hofft schon, dass wir weiter zieh’n,
wenn Du und ich uns Flügel leih’n.

Mein Weg war ohne Dich so fad‘
ich wollte dauernd darauf treten.
Mein Bein war lahm von all der Fahrt,
mein Arm so taub von all dem Beten.

Du stehst hier vor mir; öffnest mir dein Tor,
die Fenster Deines Innern.
So will ich auch wie Du zuvor,
hier heimisch werden, nicht verkümmern.

Und all das Lastenpack,
will ich verstau’n in diesen Zimmern.
Lass uns nun ruh’n.
Denn morgen scheint die Sonne drauf,
dann lässt’s sich’s wohl erinnern.

JB /Oktober 2013

katzenkinder

Flut

Flut

Wie jeden Abend such ich dieses Unheil.
Und find ich’s,
falle ich zu Boden.

Bevor du auf mich trittst mein Herz zu roden,
verschwind‘ ich Nebelelement.
Werd‘ wieder unsichtbar,
mir selber fremd.
Und sehe nur noch,
das was trennt.

Trotz Gier auf heißes Blut
erkalte ich.
So voller Lust auf dich,
verglimmt die feuchte Glut.
Und wenn ich trotze, spalte ich
von Herz und Hirn die rote, wilde Lebensflut.

dorn001