Ziel

Ziel

Tiefen ausgelotet
Dämmerung
Regen am Hang
Ich allein

Erde zu meinen Füßen
Pausenlos erschüttert
Wach und harmlos
Nur ich weiß das

Geblendet sein
Hoffnung hegen
Selten offen
Schales Licht

Reife und Selbstachtung
Hohes Ziel
Verwesungsstadium
Will ich zuviel?

JB-02-2016

Splitter

Splitter

Graue Welt verschwunden
In Altkleidersäcken gewühlt und Neues gefunden
Wenn ich mich an Dir verbrenne
Wenn ich vor mir selbst davon renne

Lautes Licht das grade zu mir spricht
Verlangen nach offenen Augen
Glaube nur an helle Münder
Will Dein Lächeln Deuten

Zerfließe in Gravitationswellen
Schallgelächter treibt mich zu Dir
Reiße ein Stück von mir ab
Angeheftet wie einen Button an Dein Jacket

Wie ich flüchten will
Mich selbst bedecke vor Deiner Scham
Innig umnachtetes Ganzes
Einzig beseelt von Gespenstern des Gestern

Und wenn ich ausbreche
Dann aus selbst gewählten Schatten
Bring mir ein Schafott
Ich will sie köpfen

Zähme mich
Aufgebäumt siehst Du meine Angst
Verraten von Zeit
Verkauft an die Arbeit

Wellen umschlingen meine Beine
Arme umklammern sich
Garten der Lüste alleine
So erwacht mein Licht

JB-02-2016

Volk und Flucht

Volk und Flucht

Türen zugeschlagen.
Abendland gewaltig und drohend.
Was sie alle zu sagen haben,
Klingt nach Gewalt, Vernichtung, verrohend.

Wenn wir unter Brücken schlafen,
Trifft uns selbst die harte Hand.
Wehe, wenn wir Hunger haben,
Flüchten in ein anderes Land.

So viel Angst und Hass und Eifer,
Rufen sie nach alter Härte?
Tiere scheint es, Maul mit Geifer.
Wo sind nun die Kant’schen Werte?

Freiheit, Frieden und auch Wohlstand,
Mitbestimmung, sicher Wissen.
Grenzen machen noch kein Land.
All das sind Werte, die wir schützen müssen.

Schützen müssen wir auch Leben,
das hier bei uns Zuflucht findet,
Vor der lauten, braunen Meute,
Die alte Mär jetzt neu verkündet.

Ich kenne keinen Krieg.
Ich kenne keine Not.
Doch was ich sehr gut weiß:
Wir sitzen alle im selben Boot.

JB-02-2016

Geschick

Geschick

Von Sehnsucht umwoben,
Wie ein Schleier umhüllt sie mich.
Will mich austoben.
Suche Dein wahres Licht.

Bin so müde von der langen Suche.
Bin so frei wie ich fallen kann.
Bin es leid, mich zu verfluchen.
Bereit für den Neuanfang.

Wann wird es endlich gut?
Wo ist mein Maß?
Schüre die Glut.
Trink aus dem Faß.

Bin jetzt bereit,
Mutig und Neu.
Hab‘ mich befreit,
Von Last und von Scheu.

Sieh mich an mit klarem Blick.
Find‘ mich unter allen Frauen.
Wir weben nun unser Geschick,
Zusammen die Zukunft zu schauen.

JB-02-2016

Wachstum

Wachstum

Aufgewachsen im Schongang
Verheddert in Traumseilen
Bald war ich Blickfang
Immer werd‘ ich an mir feilen

Versuch‘ mich zu verstehen
Werd neue Wege beschreiten
Planlos mal untergehen
Haltlos für mich streiten

Schatz gefunden
Aufgeteilt
Seil gebunden
Wunde heilt

Mutig und auch achtsam
Wer will mich bewahren?
Bin ich noch Untertan?
Wohn‘ mit den Scharen

Verwirklichtes Leben
Grenzenloses Treiben
Werd‘ Tücher weben
Ein Weilchen noch Bleiben

Dämme, die brechen
Müssen gesunden
Augen, die sprechen
Wortlos uns munden

Das Meer will ich suchen
Dort gern verweilen
Zuversicht buchen
Hoffnung verteilen

JB-02-2016

Verletzung

Verletzung

(nach „Mozart in the Jungle“, inspiriert von Rodrigo und Anna Maria ;))

Du spielst mit mir
Ich spiel nicht mit
Und weine trockne Tränen
Denn was uns einst versprochen war
Wird uns nun ewig quälen

Ich liebe Dich
Du treibst Dich rum
Vergiss nicht Dich zu schämen
Es ist vorbei
Ich will zurück
Der Apfel wird mich lähmen

Vergangene Schnitte
Verlorene Schlachten
Das alles treibt mich um
Gewinne Du nur
Was du kannst
Und ich, ich bleibe stumm

Rosenkrieg auf Wattebäuschen
Geh ein
Und möchte fliehen
Du Wolf, du Biest, Du einzig Wahrer
Mein Schicksal
Schon Verziehen

Tanz Du mit mir
Vergnüge mich
In Feuer und in Eis
Sing Du für mich
Ich halt Dich fest
Und zahle gern den Preis

So heißt die Liebe
Uns zu schaun
In diesen Wasserspiegel
Verzerrt und immer wieder neu
Das Bild verschwimmt
Wir öffnen alle Siegel

JB-02-2016

Pläne schmieden

Pläne schmieden

Voran, den Sinn im Blick
Keine Qualen mit Geschick
Will baden in Zuversicht
Endlich vorbei der Verzicht
Will hoffen und scherzen
Nieder mit den Seelenschmerzen
Die Arbeit ruft
Ich geh ihr nach
Weg ist der Schuft
Neu ist der Tag

JB-01-2016