Das Bunte Treiben

Das Bunte Treiben

Ob unter Menschen oder so für mich,
Ich spüre Leben aus allen Ritzen sprießen.
Die Zeit berührt mich sommerlich,
Seh‘ das Bunte Treiben mich um fließen.

Manchmal wird es mir auch zu viel.
Ich geh ins Haus; fang‘ an zu schreiben.
Wie für jeden Dichter beginnt das Spiel,
Was ich erlebt in Sätze um zu kleiden.

Die Kinder sehen alles neu,
Die Alten fragen viel.
Und alle geh’n heut ohne Scheu
Zusammen zu aufs Ziel.

Ich lass mich treiben, wie die Saat,
gestreut ins weite Feld.
Ich lobe mir so sehr die Tat,
Wenn sie Versprechen hält.

Ob Wald, ob See, ob Innenhof,
Die Leute halten Hitze aus.
Kalt wird es bald, so meint der Philosoph.
Heut macht sich niemand was daraus.

Ich halte hier den Hof der Worte.
So wie ich bin, verhöhne meine Fehler.
Mein Herz kennt viele schöne Orte,
Mein Kopf spielt in Gedanken den Erzähler.

JB-06-2016

Zweimalseele

Zweimalseele

Hab‘ Dich gesehen, bin aufgestanden,
Raus aus dem Müll der Worte.
Nehm‘ Dein Lächeln mit an viele Orte.
Meine Maske ging abhanden.

Fühl‘ nun alles und auch Dich.
Schaust mich an wie Sonnenschein.
Herz in der Hand, so geh‘ ich heim.
Gestern und Morgen verbünden sich.

Doch ich lauf‘ den Weg der Sorgen.
Mein Kopf gewinnt den stillen Kampf.
Nicht mehr geschützt, steht unter Dampf.
Muss mir bei Freunden Hoffnung borgen.

Hin und her, das Rad dreht sich so schnell.
Will mich sammeln und neu erfinden.
Lieder singen, die von Liebe künden.
Trinken aus dem Feuer-Quell.

Hand in Hand den Weg beschreiten,
Tag und Tag zusammen leben.
Willst Du mir Dein Zeichen geben,
Die Kopfgespinste so vertreiben?

Es bleibt dabei, ich schau mich um,
Seh‘ Paare oft und überall.
Manchmal ist Liebe wie ein Fall.
Was soll’s, ich scher‘ mich nicht darum.

JB-06-2016

Drei Funken

Drei Funken

Aufeinander zugehen,
Sich verschränken in allen Dingen.
Weise voraussehen,
Wissen, wie ich mit Dir klinge.

Aufpassen auf den klaren Funken,
Der uns am Leben hält.
Ist mir in den Bauch gesunken,
Das Licht bedeutet mir die Welt.

Du berührst das neue Leben,
Hand in Hand den ersten Schritt.
Wollen ihm Schutz und Wärme geben,
Das Los muss mit.

Tatkraft und Wissen,
Vernunft und Träumerei.
Leg Dich in die Kissen,
Die Zukunft zieht vorbei.

JB-06-2016

Damenwahl

Damenwahl

Anderswo nimmt er mich an die Hand.
Sagt meinen Namen und schon ist alles klar.
Die Liebesglocken läuten wunderbar.
Mit diesem Denken, lauf ich hier gegen die Wand.

Es ist an mir zu flirten und zu wählen.
Muss singen, wie der Amselhahn auf seinem Ast.
Hab manche Strophe schon verpasst.
Kann meine Erfolge an einer Hand abzählen.

Schau ich ihn an, so kuckt er in die Wolken.
Sag ich Hallo, ist er schon lange fort.
Ich lebe hier wohl im verkehrten Ort,
Wo alle Frauen ihre Männer wählen sollten.

Ich wachse Tag für Tag an diesem Umgang.
Ich gehe auf ihn zu und lad‘ ihn ein.
Erzähl von mir, nichts ist mir mehr geheim.
Vielleicht hab ich ja doch bald Anhang.

JB-05-2016

Unplanbar

Unplanbar

Ich bewege mich auf Wolkenblättern
Will diese Mauern zerschmettern
Die Zeit reißt Wunden
Ich atme Sekunden

Erklimme diese Wörterschicht
Sag meinen Dank und das schlicht
Umfasse den Gewitterraum
Kämpfe für den arglosen Traum

Solange ging es gut
Jetzt packt mich die Wut
Jetzt will ich begreifen
Und an meinen Tränen reifen

Kommt Zeit kommt Rat
Ich freue mich auf die nächste Tat
Meine Wünsche, mein Geschick
Brich mir nicht das Genick

Es lauert das Glück auf der Stufe
Wenn ich nach Dir rufe
Wenn ich mich verwandle
Und im besten Sinne handle

JB-05-2016

Weisheit

Weisheit

Kein Schamanengeschick
Ich übe Unglück
Rohe Gedanken umkreisen mit Härte meine Seele
Wie ich mich sonderbar erwähle

Blicke in die Zukunft zurück
Suche das Bauernglück
Wenn ich Deinen Blick verhehle
Mich mit Ent-Täuschung quäle

Spring in den Brunnen hinab
Ist eher Pfad als Grab
Finde den Himmelsschatz
Schreibe einen gültigen Satz

Neue Worte heilen mich
Setze auf Sonnenlicht
Der Wald kennt meinen wahren Namen
Will immer mehr erfahren

Ich singe für den Holunder
Das Seelenschiff fährt munter
Meine Träume sagen Dank
Ich finde den Wundertrank

Du lehrst mich zu lieben
Ich zähle bis sieben
Erwache aus der Lähmung
Der Wilden Zähmung

JB-05-2016

Was bleibt

Was bleibt

Was bleibt mir, wenn in dunklen Nächten,
Gedanken und Gefühle knechten?
Und über den Tag gesehen,
Da will ich nichts mehr verstehen.

Was bleibt zu tun, wenn ich in dieser Haut,
Unruhe und Not nur spüre?
Wenn ich gedanklich friere.
Mein Körper zahlt die Maut.

Was bleibt, wenn ich so Vieles will?
Viel tun, viel spüren, Vieles denken.
Kann mir nicht den Kopf verrenken.
Die Wahrheit ist das Ziel.

Da steht es nun geschrieben.
Und da steckt Heilung drin.
Erkennen und verwinden.
Gleichgewicht finden.
Dazu Ruhe und Maß; das macht Sinn.

JB-05-2016