Holz

Holz

Du reibst an meiner Oberfläche,
Zerstörst meinen Panzer,
Da steh ich nackt vor dir.
Und wenn ich mich in Deinem Herzen verlier‘
zerbricht auch mein letzter kranker Wille.
So bin ich Dein nun ohne falsche Hülle.

Das ist mein Wesen
Und das aufzuschreiben.
Das ist mein Lied und meiner Augen Trauer.
Kehre mein Haus mit einem Besen aus.
Wenn es geschrieben steht,
Weiß ich es noch genauer.

Das wohnt in mir
Und leidet unter Reue.
Das ruft in mir und hält mich wach.
Ich had’re nur mit meiner Stimme Treue.
Denn wenn ich spreche,
Werden alle wach.

JB-09-2016

Ernte

Ernte

Ich hock in einer Grube,
Kein Häschen sagt Hallo.
Ich kann nicht richtig denken,
Verloren ist mein Flow.

Kein Wesen bringt mir Lieder.
Kein Mensch hält mich hier warm.
Wann kommt die Hoffnung wieder?
Verloren der heilige Schwarm.

Wann werd ich wieder tanzen?
Wann kehrt mein Glück zurück?
Will junge Bäume pflanzen,
Von denen ich bald goldne Äpfel pflück.

JB-08-2016

Das Auge des Sturms

Das Auge des Sturms

Kann nicht weiter als bis Heute.
Das Chaos umfliegt mich.
Kann nicht weiter gehen mit meiner Beute.
Ein Sieg ist unglaublich.

Und doch geh‘ ich los,
Ein Schritt nach dem anderen.
Ich glaube an mein Herzenslos,
Will das Gebirge überwandern.

Ich lebe die Angst,
Ich laufe bis Morgen.
Sag mir: „Du kannst!“
Weg mit den Sorgen!

Nehmt mich nun an die Hand,
Lauft mit mir ein Stück.
So weitergehen mit Glückespfand,
Nie mehr zurück zu verrückt.

JB-08-2016

zwielicht

zwielicht

ich bade im mondenlicht
erinnerung ist mir pflicht

berühre dich mit meinem zeh
in mir ein ganzer see

fühlen und wollen wie im traum
zwischen dir und mir ein weiter raum

einzeln und ganz wie ich bin
nur traum und lächeln im sinn

geh ins morgen, schau zurück
jonglier mit sorgen, verbrauche glück

sagen und schattentiere
sieh nur, wie ich friere

watte für ruhige stunden
heilung für offene wunden

morgen wird sonne sein
dann fühl ich mich nicht so allein

JB-08-2016

Zukunft

Zukunft

Ölgetränktes Leichentuch,
Land verwüstet, wie im Fluch.
Amokläufer in Terror gebadet,
Leben das schadet.

Wütendes Volkgrimmen,
Niemand lässt uns abstimmen.
Menschen, die nach unten treten.
Was hilft hoffen, was hilft beten?

Stockschläge, die uns trafen,
Nachrichten lassen uns nicht schlafen.
Gas verdrängt die Luft,
Zwischen den Menschen wächst die Kluft.

Will jetzt nach vorne sehen,
Will gutes in jedem Menschen erspähen.
Zusammen erwägen, wie es weitergeht,
Es ist noch nicht zu spät.

Sonne, Regen, Wind,
Hoffen wie ein Kind.
Tanzen in den Straßen,
Wissen wiederfinden, das wir vergaßen.

Worte ohne Härte zwischen dir und mir,
Wenn ich Vorurteile verlier‘.
Wege, die glücklich machen,
Kein Nutzen mehr für neue Sachen.

Freiheit zu tun und zu lassen,
Im Park Lieder zu verfassen.
Freundschaft zählt mehr als Geld,
Natur bedeutet uns die Welt.

Rad fahren in die Zukunft,
Alle sind glücklich in ihrer Zunft.
Lasst die Fahnen fliegen,
Lasst das Heute siegen.

Jedes Leben zählt,
Gier und Machtkampf abbestellt.
Gemüse wächst in den Städten,
Zusammen können wir uns retten.

JB-07-2016

Einerlei

Einerlei

Wendung in den Beinen
Ich bin Frei
Unter den Seinen
Ist mir manches Einerlei

Einen Weg zu gehen
Ein Wort zu führen
Im Mittelpunkt zu stehen
Zu Wählen zwischen Türen

Ich bin heut‘ neu gewachsen
Die Alte Haut war mir zu klein
Mein Wagen hat neue Achsen
Ich freu‘ mich hier zu sein

Und in den kleinen Booten
Ein Licht fährt mit aufs Meer
Mir ist nichts mehr verboten
Ein kleiner Schatten stört mich sehr

Mit wem will ich mein Leben teilen
Wer geht an meiner Hand
Will noch etwas allein verweilen
Brauch doch für mich den festen Stand

Und wenn ich wähle unter Vielen
Und wenn ich um Dich Tanze
Ein Weg mit reinen, guten Zielen
Wasser für die Seelenpflanze

JB-07-2016

Mogli

Mogli

In dunklen Wäldern, dort bist du daheim.
Mein Herz fliegt zu dir und das bleibt geheim.

Vorbei an reifen Feldern, geh ich auf dich zu.
Ich webe Lieder, du schnitzt Gedanken, all das im Nu.

Dein Wilder Geist prägt sich mir ein,
Will für dich singen, mit dir frei sein.

Will hoffen und Warten auf Deinen Blick.
Will stricken und färben an unserem Geschick.

Wir finden uns und bleiben rein,
So viel gibt uns das Beieinander sein.

Ich dreh mich um und Du bist fort,
Ich träum‘ mich an nen and’ren Ort.

Wo du in Deinen Bäumen lebst,
Mich einzig zur grünen Göttin erhebst.

Ich seh‘ dich bald im Mondenschein.
Und könnte mit den Tieren schrei’n.

Kann doch mein Glück kaum fassen,
Das wir zusammen saßen.

JB-07-2016