Ins Leere

Ins Leere

Alles was beginnt, findet ein Ende.
Ganz so, als ob der Regen sich in Wolken wandelt.

Die ewig gleichen Kreise zieht,
was Gott gelenkt, was nun geschieht,
der Mensch nach seinem Willen handelt.

Wer wenn nicht ich, kann diesen Bogen spannen,
den Pfeil in seinem Ziel versenken.

Die Welt vor Untergang bewahren,
und alle Hoffnung, alles Bangen,
in Wunder wirkend Schoß noch lenken.

Um diese Deine Segnung zu erfahren,
ganz gleich, wer meine Schulden zahlt,
mein Herz, mein Wesen, mein Verstand.

Im Leiden nimmt es überhand.
trotzdem will ich noch mehr erfahr’n.

Dein Ich erkennen, mich verwandeln.
Mein Selbst in diesem Fühlen finden.
Mich öffnen, heilen und verbinden.

Der Traum wird Wahrheit durch mein Handeln.
Das Sein zu preisen, mich zu offenbaren.

01-2013

void
void

Das Universum

Das Universum

Seelenvolle Ruhe angesichts der Stürme und der Nacht.
Ich hab‘ von dieser Reise mein Herz mir mitgebracht.

Es hofft, es scherzt, es brennt so hell in meiner Hand.
So voll von Liebe, dass ich schmelze die letzte kalte Wand.

Wen find‘ ich nun dahinter, wer zeigt mir sein Gesicht?
Willst Du mir Wärme geben? Dann schenk mir doch Dein Licht.

12-2012

universum

Die Nixe

Die Nixe

Seeschuppenpferde tanzen im Sturm,
fliehen die Herde, Verdacht auf Symptom.
Treulose Namen – nur Pflichten ohne Gaben.
Der Tatendrang erlischt,
wenn Wahrheit auf Träume drischt.

Grünhäutiges Meereswesen,
sei mir gnädig, will dich lesen.
Wer ist deine Totenwache?
Was passiert, wenn ich das mache?

Meereswesen tanz in Wogen,
fall zurück und lass das Toben.
Deine Wut ist mein Verstand.
Lass mich sein und nimm mich an die Hand.

Das Land der Schäume sei mein Traum.
Das alles will ich mit dir schau’n.
Dann singend, lachend, toll berichten.
Kein Seemannsgarn doch Traumgeschichten.

7-2012

Höckerschwan
Höckerschwan

Träumerei

Träumerei

Du bist nah, wenn Nähe alles wär.
Grabstille herrscht und schwer
die Luft in meiner Herzensgruft.

Ganz einfach nebenher
gestorben das Gefühl,
dass Du und ich so viel,
so tief empfinden.

Ich säe diese Wunden
und streue Salz hinein.
Es werden Narben sein,
die ich bald in mir trage
und nein zu Neuem sage.

Die Träumerei allein,
die wird mir Freundin sein,
die wird mir Freundin bleiben.

10-2012

Distel
Distel

Botschaft

Wenn ein Engel auf dich trifft, mit voller Wucht, dir seinen Namen preisgibt.

Du lächelst und im Inneren zerbricht, die Sicherheit, mit der du dich in ihrer Welt bewegst.

Für dich Engel, diese Botschaft:

Du versuchst was andere verneinen, die Welt zu retten und zu einen. Die anderen, sie schauen zu und lachen. Zerstören alles – Haben, Kaufen, Machen.

Zu schaffen, zu verzaubern und diese Welt zu achten, das bleibt den Narren zugedacht, wir glauben, träumen Tag und Nacht.

Bis sie die Träume rauben, betäuben und verscharren.

So will ich es dir sagen.

Schlaf ein, fang‘ an zu graben.

9/10-2012

skulptur
skulptur

Losgelassen

Losgelassen

Nicht zu fassen, was ich sagen will,
was ich nicht sagen werde.

Kein Schutz vor Wasser, Feuer, Luft und Erde.

In mir Leere, wenn die Schwere von da unten ruft.

Sieh, wie das Morgen, wie die Hoffnung flucht.

Und ich sage mir: „Alles wird gut!“

10-2012

kritzel-10_2012
Crow

Herzenskinder

Herzenskinder

Den Traum geträumt der Herzgedanken,
wach geworden, aufgestanden.
Alles dreht sich, alles neu,
alles wundersam und treu.

Himmelwärts die Wolken zieh’n,
will ihn suchen, will ihn flieh’n.
Sorglos, traumlos schlafen geh’n,
will ich atmen, Wind wird weh’n.

Was die guten Märchen sagen:
Jene, die noch Träume haben,
die das Herz durch Irrsinn leitet,
immer doch als Narr verkleidet,
wandern sie durch dunkle Zeit,
tragen sie ein buntes Kleid.

Wer nun diese Träumer sind,
weiß jedes Kind.

JB-09-2012

Kraniche im Flug
Kraniche im Flug