An army of suits

An army of suits
Traitors like sharks in minor facilities
Tailors honest to be seen
But they also need this money
Covering up naked lies with expensive fabrics, so clean
I serve them with my mouse clicks, they answer so mean

In my heart I want to be saved
But nobody can save me but me
The outside world is going to be craved
They have raised the fee

The hood is not serving any more
Riches over riches leave the poor
My heart beats to the beat of congregation
No power for a nation
No power for the industry
Plug them all out, set ourselves free

Stop the sellout of the planet,
the people, the animals, the plants,
Don’t cover lies with bullying
Tons of miles to go, but I am in
Community is what we care for, we don’t buy their rants anymore

In a world where separation is the fuel of a fossil nation,
Don’t leave me alone, I am sure
I am sure about the power of belonging
I am sure about creating songs, so together we can sing
Against an army of suits, with their deep pockets.
With their dysfunctional rockets.
Power again to the people, let’s roar

You know what: do leave me alone
To Plan a fine revolution,
To plot for a strong wing of love, of understanding.
We will
We will
We will eventually
We will eventually overcome

Johanna nion Blau
01.03.2025

Hand in Hand

Hüpfburgen auf Sand gebaut.
Ich traue mich zu weinen.
Vorauseilende Trauer, innerer Widerstand.
Hand in Hand in den Untergrund.

Treibsand da und dort.
Mit Springseil Neuland entdeckt.
Das Herz wie es ergraut.
Und wie es Zuneigung erweckt.

Ich möchte kein Leid säen.
Taten mähen die Furcht.
Der Spaten gräbt die Hoffnung hervor.
Ich geh durch das kleinere Tor.
Dahinter ich wieder leichtere Träume entdeck‘.
Johanna nion Blau, 02.02.2025

 

Schweigen hilft den falschen

„Ein neuer Tag fängt an, wach auf und mach Krach, so gut du kannst“, das sagt mir meine Innere Stimme. Kein Tanz gerade, ein Kampf mit Worten um Worte, die beschreiben, was ist, und das konnte ich doch ganz gut bisher.

Aber ich habe in meinem Organismus, in meinen Fingern so viel Wut, dass sie kleben an der Tastatur. Nun will ich darauf hämmern, in der faden Hoffnung etwas zu ändern: An den Zuständen, an den Umständen, an der Wirklichkeit, die wie eine politische Satire daherkommt. Gelebte Machtfantasien von Superreichen, die die Gesellschaft und den gesamten Planeten bedrohen. Die hässliche Fratze des Kapital-Faschismus enthüllt sich selbst, wie eine anzubetende Statue. Ich muss wachsam sein, solange ich nicht schlafe. Meine Gedanken sollen messerscharf schneiden in die Kerben des Fascho-Systems. Entlarven, aufzeigen und hinterfragen. Alerta, alerta Antifaschista!

Civil War erst auf Netflix gesehen und alle Oligarchen versammeln sich im Westen unter der Flagge des Mammons. Unter der Flagge des Faschismus versammeln sie sich und sind sich uneinig. Aber wo ist der Keil, der sich zwischen sie drängt? Alle scheinen zu folgen oder führen digital sogar verletzliche Grüppen bereitwillig zur Schlachtbank. Facebook, Whatsapp, Instagram: Meta und damit Mark Zuckerberg hat sein Knie gebeugt und gezeigt, dass er kein Interesse an Menschen hat.

Bischöfin Mariann Edgar Budde bittet die tauben Herrscher um Milde. Ein Akt der Nächstenliebe und Zivilcourage, der vor Augen führt, wer da nun herrscht. Aber haben wir das nicht vorher schon gewusst? Nie wieder ist jetzt. Der Start-Up-Hitler zählt vielfach sein Geld und kommt wie eine 8. Plage über die Welt.

Nicht mehr Schock, oder Ohnmacht oder Frust sind angebracht. Hinsehen und hinschauen ist wichtig, einordnen, gegenreden und Aktion in welcher Form auch immer. Widerstand im Kopf, auf der Straße, im Herzen. Gegen die dreisten Lügen der AFD hier. Auch wenn der Hydra Kopf Weidel abgeschlagen wird, es wird ein anderer an seine Stelle treten. Die Menschen sind austauschbar in dieser Farce. Gefährlich sind die Strukturen. Gefährlich auch Sarah Wagenknecht und ihre Partei BSW, die mit der AFD zusammen Politik macht.

Mascha Kaléko ist ein Vorbild für mich in dieser düsteren Zeit, sie wollten sie holen, sie musste flüchten. Heute frage ich mich: flüchten wohin?

In die Poesie. In die Schreibarbeit, solange das noch möglich ist, will ich anschreiben, gegen Faschismus und meine eigene Angst. Das „was wäre, wenn“, malt mir gerade keine rosige Zukunft aus. Wie überleben? Das konnte ich gut bis jetzt. Nur will ich mich nicht anpassen, an das System der Angst, der Unterdrückung, des Ausschlusses aus der „Gesellschaft“, welche nur denen eine Stimme zuspricht, die in die vorgegebene Norm passen. Ausgeschlossen und geächtet, schreibt es sich vielleicht sogar besser, wenn ich nur weiter die Mittel dafür habe. Ich werde es wohl erleben.

Weiter tanzen, solange es geht, mich verbinden mit Menschen und organisieren in Strukturen. Aufklären und mitmischen, den Tag lang arbeiten und auch Zeit genießen, die ich habe. Die Nacht ruhig schlafen. Es regnet heute, ich habe das Fenster nach dem Lüften geschlossen. Die Katze liegt auf dem Bett. Ich höre Dotas Vertonungen von Mascha Kaléko. Ich bin so gut es geht frei im Kopf, im Herzen und frei zu schreiben. Das werde ich auch tun. Und weiter so leben, dass die AFD etwas dagegen hat.

Johanna nion Blau, 23.01.2025

Gedankenspiele zu 2025: Lila Felder und Grüne Tentakel

Wenn fremde Wälder sich entfernen, zu den Sternen, zu den Sternen. Ich will fliegen unsichtbar, andere Planeten und Monde bereisen. Hoffnung borgen in neuen Kreisen.
Und die Leben dieser Spezies erkunden. Ist da Frieden, lohnt es sich zu bleiben?

Unendlich oft und gern Ursula lesen, Horizonte erblicken, weit über unseren hinaus. Mit meinem Schatten auf Erdsee verstecken spielen, bis ich ihn integriere. Dann die Macht für das Gute gebrauchen, damit niemand mehr leide oder friere. Ein Phoenix sein, unter vielen. Die Gewalt abwählen. Die Zukunft zusammen gestalten.

Und im Strom des warmen Lichtes alte Geschichten erzählen. Auf das wir lernen und aufbauen, auf dem was geschah. Es war sehr knapp, das Ende war nah und viele, so viele wählten, auf das sie nicht mehr wählen dürfen. Sie wuschen ihre blutigen Hände in Unschuld. Das Schlachten ging weiter. Eine ikonische Stadt brannte. Vergewaltiger an der Macht. Die Wahlen standen in dem Land, in dem ich lebte, vor der Tür.

Geborgte Hoffnung aus Geschichten und Märchen: Das Gute siegt. Aber was, wenn wir nichts dafür tun, außer diskutieren, was der richtige Weg ist und wer, wen aus welchen Gründen umbringen darf?

Gibt es nur richtig oder falsch? Oder nicht auch zukunftsweisend. An Utopien wie auch Dystopien denken, bedeutet Zukünfte erschaffen. Worauf wollen wir den Focus setzen, was soll in unseren Herzen und in unseren Köpfen als Vision wachsen?

Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung. Alle sind frei zu wählen, womit sie ihre Zeit verbringen: Arbeit, Freizeit, Reisen, Lernen, Tanzen, Schreiben, Lieben und Verwalten. Das Leben eine Melange aus allem.

Öffentliche Gebäude: Kostenfreie Bibliotheken, Schulen für alle Altersklassen, Krankenhäuser für Körper und Seele, in denen Menschen sich gern aufhalten. Das Dorf, das es braucht, um ein Kind aufzuziehen. Die Gemeinschaft und das Wissen, die es braucht, um Krankheiten zu behandeln auf die Art, die einen Menschen ganz heilen lässt.

Geschichten und Gedichte, die von damals erzählen, sich neue Welten erträumten, weiter erträumen. Aufgeschrieben und erzählt, aufgeführt und gesungen. Kultur und Kunst in dem Maßen verwoben, wie die Moleküle unserer DNA.

Das und noch so vieles ist wichtig für eine sich heilende, sich weiterentwickelnde und gedeihende Gesellschaft. Gerechtigkeit, Spiel und Planung gehören zu den Grundpfeilern einer Gemeinschaft, die zuversichtlich in die gemeinsame Zukunft schaut.

Ich brauche keine Therapie, ich brauche eine friedliche und solidarische Zukunft, die wir alle zusammen erschaffen. Eine Zukunft, die wir in unseren Köpfen formen und in die Wirklichkeit entlassen, wie kleine Kinder, damit sie miteinander spielen können. Die Zukunft ist jetzt.

Johanna nion Blau, 20.01.2025

Abschied von David Lynch

Hat David Lynch L.A. noch brennen sehen? Diese Frage geht mir seit gestern Nacht durch den Kopf. Als ich von seinem Tod erfahren habe, musste ich unwillkürlich an die Dunkelheit denken, die er in seinen Filmen festhalten konnte. Die Düsternis in den Herzen und in den Augen der Protagonist*innen hat sich fest eingeschrieben, in meine Art Filme zu sehen. Ähnlich wie bei einem Gemälde von Rembrandt, ist diese intensive Finsternis in David Lynchs Werk einzigartig in der Kunstform Film. Warum geht mir dieses Bild nicht aus dem Kopf, wie er in der Nacht das Feuer in der Stadt betrachtet? Dieser funkelnden Stadt, die ihn wohl inspiriert und geprägt hat. Ich weiß es nicht, aber der Blick auf seine Filme gibt vielleicht eine Antwort.

Lange habe ich mich aber nicht mehr so sehr mit Lynch und seinem Werk beschäftigt. Filme oder Serien schaue ich seit einiger Zeit eher zur Zerstreuung, Unterhaltung oder Ablenkung. In meinen frühen Zwanzigern war das anders. Da habe ich mich eingelassen auf die Abgründe, da wollte ich verstehen: Das Böse, das Andere, mein Gegenüber. Dabei haben mir Lynchs Filme geholfen, so dachte ich. Aber immer hängt den Abtrünnigen in seinen Filmen etwas Romantisches an. Offenkundig in Wild At Heart, aber auch in Mulholland Drive. Eraserhead hat mir eine Welt aufgezeigt der männlichen Unsicherheit. Lost Highway war ein Trip ohne Wiederkehr. Ich werde Twin Peaks nun endlich komplett anschauen, alle Teile davon. Nun bin ich dafür bereit, mich wieder der Düsternis im Kopf und der Wildheit im Herzen zu stellen, mit der mich David Lynch’s Visionen damals genial konfrontiert haben.

Und das Feuer? Es ist Teil seiner Filme, es brennt in den Herzen, wie auf der Leinwand. Das Feuer zerstört, während es wärmt. Ohne die reale Katastrophe zu romantisieren. Er hat es wohl so stoisch hingenommen, wie alles andere auch. Da stirbt ein Teil der Kunstgeschichte und ich weine. Da stirbt ein Teil meiner filmischen Erziehung und ich bekomme wieder Lust zu schauen.

R.I.P. David Lynch.

Johanna nion Blau, 17.11.2025

(MS: I’ve noticed that all the way through this conversation David, you’ve referred to him in the present tense.
DL: You have to keep Angelo alive. I believe life is a continuum, and that no one really dies, they just drop their physical body and we’ll all meet again, like the song says. It’s sad but it’s not devastating if you think like that. Otherwise I don’t see how anybody could ever, once they see someone die, that they’d just disappear forever and that’s what we’re all bound to do. I’m sorry but it just doesn’t make any sense, it’s a continuum, and we’re all going to be fine at the end of the story.

https://www.bbc.com/culture/article/20230525-david-lynch-interview-how-the-mulholland-drive-director-worked-with-composer-angelo-badalamenti )

Von der Wahl, welche wir haben

Das Grauen des Faschismus klopft wieder an die Tür. Wir fragen: „Wer ist da?“ Sie sagen: „Alles, was ihr euch immer erträumt habt, wenn ihr uns folgt. Und alles, was ihr immer gefürchtet habt, wenn ihr uns nicht folgt.“ Die eine Aussage ist eine glatte Lüge, die zweite eine dreiste Drohung.

Ich bin müde, müde und wütend. Was es schwierig macht, klare Gedanken zu fassen oder für die nächsten Jahre zu planen oder auch mich ausführlich zu informieren über das aktuelle Tagesgeschehen. Was ich weiß: Die Gesellschaft zerbricht gerade an den immer da gewesenen Sollbruchstellen. Nicht wenige PolitikerInnen treiben einen Keil zwischen gesellschaftliche Gruppen und diese klatschen teilweise dazu. Viele mahnen und mahnen und mahnen. Wer hört diese so wichtigen Worte? Die klassischen Medien bedienen „Schöne Heile Welt“ Erzählungen und sind so „ausgewogen“, dass es weh tut zuzusehen. Die sozialen Medien hetzen für Klicks Menschen aufeinander und lassen sie in ihren persönlichen Echokammern schreien, bis sie ersticken, während sie sich gegenseitig nur noch beleidigen. Die Armen lassen sich gegen die Armen ausspielen. Die Reichen entscheiden sich für Wohltätigkeit oder besser Untätigkeit. Vor wem müssen sie sich verantworten?

Wie können wir als Gesellschaft die Gefahr für Freiheit und persönliche wie gesellschaftliche Entwicklung entschärfen? Das Konzept “Teile und Herrsche“ ist bekannt, aber die andauernden, sich wie ein Lauffeuer verbreitenden Lügen, die Verschiebung von Themen, die gesellschaftlich verhandelt werden und die vielen Forderungen, die einfach menschenverachtend sind; das alles wirkt, wie ein kalt-glühender Komet, der den Planeten Demokratie zu zerstören droht. Und es ist eine Bedrohung. Auch wenn viele den Kopf in den Sand stecken oder sich selbst nicht betroffen fühlen. Viktor E. Frankl schreibt in seinem Bericht: „Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager“ vom „Begnadigungswahn“, der im Angesicht des Unbeschreiblichen und der Todesbedrohung aufkeimt. „Ich werde es schon überstehen.“ Die Betonung liegt hier auf Wahn.

Als Mensch mit Behinderung, und vor allem als Person mit der Diagnose F20.0, also Paranoide Schizophrenie, frage ich mich, was ich in fünf Jahren wohl mache und wo ich sein werde? Gerade sitze ich in Connewitz in meinen WG-Zimmer und schreibe an meinem Eckschreibtisch diese Zeilen, während ich „A Perfect Circle“ höre und meine Katze an der Heizung schläft. Ich fühle mich noch relativ sicher in meiner Blase. Die politischen Entwicklungen sehe ich jedoch mit großer, großer Sorge.

Die Forderung nach einem Register für Psychisch Kranke macht mich fassungslos und lässt die Aufklärungsarbeit so vieler Menschen gefühlt in der Flamme des Rechtspopulismus in Rauch aufgehen. In meinen düstersten Momenten kommt mir die Frage in den Sinn: „Wann wollen sie wieder Kugeln sparen?“ Es geht für mich gerade um meine Existenz. Schon allein die Tatsache, dass ich existiere, regt Menschen auf und macht Ihnen Angst. Einige Politiker dieses Landes haben eine Agenda, dies auszunutzen und ich bin für sie nur ein gefährdendes Element. Alle meine Hoffnungen und Sorgen, alle meine Pläne und Wünsche verschwinden hinter dieser eingeschränkten Sichtweise.

Ganz praktisch gesehen muss ich gegen die Paranoia ankämpfen, in der kürzlichen Ablehnung meines Antrags auf eine berufliche Reha (Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben) eine Auswirkung dieser Politik zu sehen. Oder ist es doch einfach eine logische Folge? Mir wird in diesem Bescheid dargelegt, dass meine Erwerbsfähigkeit sich nicht mehr verbessern wird durch die Reha Maßnahmen, die ich beantragt habe. Hier wird nach Aktenlage entschieden über meine Zukunft, und vielleicht könnte ich durch einen Widerspruch erwirken, dass diese Entscheidung sich ändert. Aber bis dahin bin ich ermüdet, noch tiefer deprimiert und fühle mich allein gelassen mit dieser Aussage über meine Leistungsfähigkeit, in einer Gesellschaft, welche sich oft genau über Leistung definiert.

Die Bücher der Leipziger Dichterin Lene Voigt wurden vor hundert Jahren von den Nazis verbrannt. Als sie sich daraufhin unsicher und verfolgt fühlte, wurde sie in der Psychiatrie untergebracht. Da verbrachte sie den Rest ihres Lebens. Wie anders hätte ihr Leben verlaufen können und wie hätte sich ihr künstlerisches Schaffen entfalten können, wäre die Geschichte damals anders verlaufen?

Das ist ein Leben von Millionen, das verstümmelt wurde vom Faschismus und dessen Verfolgung Andersdenkender und Menschen, die ihm lebend nicht von Nutzen sind; viele Millionen ermordet, viele Millionen traumatisiert. Bis heute hat das generationsübergreifend Auswirkungen auf uns alle. Sich das klarzumachen, macht zwingend deutlich, wir müssen dagegen angehen, solange wir noch können. Wir dürfen die Gefahr, die mit den Faschisten einhergeht, nicht unterschätzen, wie es schon einmal passiert ist. Und mit Faschisten meine ich die AFD als Partei mit ihren Anhängern und Unterstützern.

Ich würde mich so gern mit wichtigeren und komplexen Problemstellungen beschäftigten, welche nun einmal angegangen werden müssen. Ich wünsche mir eine Welt in der Menschen, die Menschen, die Natur und die Zukunft im Blick, Probleme lösen, statt neue zu schaffen. Und es gibt so viele Lösungen, wenn denn Wissenschaftler*innen nur genug Zeit und Ressourcen zur Verfügung hätten, sich um Wege aus den Krisen unserer Welt zu kümmern. Und diese Wünsche sind nicht im mindesten utopisch. Wenn wir uns gemeinsam dem zuwenden, was die Probleme schafft, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen, dann sind Lösungen die Folge. Kooperation hat die Menschheit weitergebracht, Kriege, Ungerechtigkeit und politische Grabenkämpe werfen uns als Menschheit zurück und bedrohen unsere Existenz, unsere Zukunft.

Wenn wir, die wir die Macht haben Dinge zu ändern, erst unseren Blickwinkel verändern und auf die Erde schauen als einen Ort, dessen Wohlergehen in unserer Verantwortung liegt. Wenn wir, wie viele Menschen auf dieser Erde, generationsübergreifend denken und handeln würden, dann wären Hunger, Feindschaft und Ungerechtigkeit einfacher zu bekämpfen. Und das sind die Kämpfe, die wir führen oder eben verlieren. Der „grüne Weg“, den die indigene Biologin Robin Wall Kimmerer in ihrem grandiosen Buch „Geflochtenes Süßgraß“ beschreibt, ist einfach die Entscheidung für das Leben.

Alles andere ist Ablenkung und bringt nur noch mehr Leid und Zerstörung über unseren Planeten und uns. Lasst uns das Planen und das Träumen praktizieren, das miteinander Austauschen und zusammenarbeiten. Lasst uns Gemeinschaften fördern und Träume zusammen verwirklichen. Das waren schon immer die Stärken der Menschheit, so wie es die Geschichte uns mitteilt. Alles andere ist nur eine Schleife, die sich so lange wiederholt, bis die Menschheit untergeht oder endlich ihre Lektion gelernt hat und weiter genesen und gedeihen kann. Darauf baut meine Hoffnung, darin wartet der Samen der Zukunft.

Johanna nion Blau, 10.01.2025

Zitronenscheibenmond

Ich hol‘ ihn mir vom Himmel, den Zitronenscheibenmond.
Ich beiß hinein und werde mit Lachen belohnt.
Sauer macht Lustig,
Wenn es auch die anderen sind.
Das Kind, das Kind;
Es ist traurig, wird selten verschont.
Da es noch über den Sternen thront.

Sein Thron von anderen gebaut und ewig alt.
Neid und Eifersucht, halten ihn kalt.
Wer sich nur mit dem Gegenüber vergleicht,
Dem fällt das einfach Sein selten leicht.
Fühlt nie das eigene Selbst mit Tau benetzt.

In der späten Nacht, am frühen Morgen,
Borgen wir Hoffnung von den Sternen, Wollen lieben lernen.
Lassen fahren unsere Sorgen die Milchstraße entlang.
Zum Tanz wird der sonst schwere Gang.

Das Himmels-W, es fragt: „Warum?“
Meine Antwort lautet: „Wer soll sich sorgen alle Tage?
Irgendwann sind sie auf einmal um.
Ich will lieben, so gut ich es wage: Freundlich, gütig und verwegen.
Mein Schicksal will ich selbst mit dem All verweben.
Zu den Sternen schauen, wie auf den Meeresgrund.
Dich da und dort finden und deine Dankbarkeit.
Das Zelt des Himmels sei für uns ein Kleid, das sich des nachts im Wasser spiegelt.
Und meine Träume beflügelt:
Wir könnten uns wandeln, wie jeder Mond es tut in jeder Nacht.
Zusammen wachsen, dann wieder aneinander verzweifeln,
und doch haben wir ein Wir zur Welt gebracht.“

Johanna nion Blau,
07.01.2025