Weltenende à la Dürrenmatt

Die Welt fragt nicht, wer ich bin, nur wie ich hineinpasse.
Die Welt fragt nicht, wohin ich will, nur wie ich funktioniere.
Ich bin unzufrieden mit mir. Ich will die Welt einladen zum Tee, oder zu einer Orgie.
Ich bin unzufrieden mit allen, ich will Menschen einladen, zum Gespräch, zum Tanzen, zum miteinander Lachen.
Ich bin unzufrieden mit allem, ich möchte nicht mehr fühlen. Schalt es ab, ohne mich abzuschalten; dieses Gefühl, dass da mehr sein könnte, als da ist.
Ich will endlich zufrieden sein mit unendlichem Konsum endlicher Güter, mit Katalog-Apps für passende Partner, mit dem Arbeiten für den Weltuntergang, mit „Hans im Glück“ auf Unglücklich, mit „Such dir was aus, aus dem Wust an Gleichem“, mit „Was nicht passt, wird passend gemacht“, mit Ignoranz bis zum Erbrechen, mit „more of the same, everyday, ‚till the end of days.“
Ich will endlich nicht mehr so verdammt den Durchblick haben, was hier gerade passiert.
Warum habe ich Dürrenmatts „Der Tunnel“ nicht vergessen? Warum träume ich davon? Träume ich?
Johanna nion Blau, 21.07.2025

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..