Die Utopien der Mahnmale

Aus meinem Kopf ragt die Bombe weit vor mein Gesicht. Wie ein Anglerfisch bin ich für die, gerade für die, die mich lieben. Das Leben soll so weitergehen? Ich werde aufstehen und aufwachen und wachsen, jeden Morgen aufs Neue, ich werde die Gedanken denken und die Dinge tun und die Katze füttern und streicheln und ihr meine Liebe schenken. So viel davon ist versandet. Ich will schreiben, über den Zustand der Zerrissenheit, wenn die Menschen, die ich liebe, mir nichts schenken außer Dinge und einen Seitenblick. Wenn ich so viel von mir gebe, Stücke von mir. Puzzlestücke. Ich gebe und gebe, und handle aus diesem Mantra heraus, das ich geben muss, um gesehen zu werden, um geschützt zu sein. Es ist reichlich zu tun. Nun reicht es mir. Reich ist mein Wille. Ich sehe mich, ich schenke mir meine Aufmerksamkeit. Die Leute um mich, sind da. Auch für mich.  Nicht länger scheinen Dinge durch meinen Körper, ich bin undurchsichtig. Nicht länger, sagen sie Sachen über meinen Kopf hinweg, wir werden uns auf Augenhöhe begegnen.

Deine strahlenden Augen.

In meinem Kopf stolpern die Bilder. Das Leben, das mich wählte, ist so schön. Ich könnte wieder weinen. Doch ich feiere. Dich und mich und die Möglichkeiten eines Wir. Das Leben schreibt die schönsten Gezeiten in die Momente der Stille.  Ich wähne den Wahnsinn in den Ecken meines Zimmers und gehe hinaus in die Parks der Stadt, die Kunst belohnt mich mit Meilensteinen. Wohin es geht, wenn es besser wird als je zuvor, ich weiß es nicht. Die Mehrdeutigkeiten des einzelnen Menschen im Kampf um Freiheiten sind beachtenswert. Wenn andere leiden, kann ich nicht ganz sein. Aber wenn ich krank bin, kann ich nicht helfen. Wenn ich zaudere mit der Welt, dann aus dem Gefühl und dem Wissen heraus, das wir das Leben anders leben könnten.

Die Utopien der Mahnmale in den Köpfen der Zeugen der Zeit und wer darüber entscheidet, wer sprechen darf und wer gehört wird. Missklang im Laufe der Geschichte, hör Clara an, welche auch immer, hör die mythischen Gestalten an: Inanna und Ereschkigal, Lilith und Eva, die Dichter*innen: Sappho und alle die es werden wollen in den zukünftigen Zeiten. Höre auch die Politiker*innen an. Wann wird sie sprechen, die Seele des Planeten? Sie spricht aus uns, durch uns, mit uns. Wir müssten leise und gebannt sein, um sie zu verstehen. Die Schönheit der Natur sehen, im Sperling, in den platzenden Knospen, im Blütenmeer, im Klang der Luft und ihrem Duft. Das Leben, wie früh entspringt, bis abends erklingt, dann wieder versingt. Das alte Spiel im bewussten Angesicht der Menschheit.

Johanna nion Blau

27.03.2025

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