Geduld ist eine Tugend
Schwierig in der Jugend,
Wenn alles noch vor dir liegt.
Schwierig im Alter,
Wenn die Zeit zu schnell verfliegt.
Wenn du wartest auf Gesundung,
Oder auf die nächste Erdumrundung.
Und auf das Hätte, würde, könnte schaust,
Du hast dir noch kein Haus gebaut,
noch keine Sprösslinge gezeugt oder gepflanzt,
Und doch schon überall damit gepranzt.
Das, was ich will, ist nicht so schwer:
Die gute Laune soll jetzt her,
Der Clown den ich gefrühstückt hab,
liegt leider tot in meines Bauches Grab.
Ich will ja lachen und will weinen,
Doch alles Fühlen, versteckt sich in der Gefühlekiste,
die ich zugenagelt habe.
Nachdem alles Wühlen vergeblich in mein Verwirren führte.
Die Gedanken fahren wieder Karussell, während ich hier mein Dasein friste.
Ich weiß noch, was ich gestern spürte,
Kurz wie Genesung während deine Hand mich berührte.
Ich will ja fühlen, ich will lachen, doch sehe ich, was die anderen machen,
Macht mich das nur müde und noch mehr verzweifelt.
Ich geh jetzt schlafen und morgen schau ich, was mir dann noch fehlt:
Zum Glück, zum Lohn, zum Weiterkommen.
Vielleicht Geduld, vielleicht reicht es ja,
morgen ANZUFANGEN endlich anzukommen.
JB-11-2023
Der Glücksgott Jurôjin, Bizen, Japan, 19. Jahrhundert, fotografiert im Grassimuseum, Herbst 2023