Elemente I

Die Luft, wie gebrannter Ton. Um mich der Wind, der meinen Körper schleift. Tag für Tag draußen bin ich und auf der Suche. Meine Kinder um mich. Ich lehre sie überleben in einer Welt, die wir fast getötet haben. Das was noch lebt, ist der Tod selbst für diesen unseren Planeten. Nur gut, das wir nicht gewandert sind in andere Welten. Wir werden so lange leiden, wie unsere Mutter es zulässt. Alles vergessen, fast alles. Alles was noch übrig ist an Wissen: Biologie und Geschichte, Politik nicht, nein nicht mehr, das lehre ich sie. Bis ich leer bin und mich in der Leere wiederfinde. Ich hoffe, das Lied meiner Ahnen wird in ihnen glühen wie über uns die Sonne und ihnen Demut beibringen, so wie ich ihnen Stolz beibringe. Und immer wieder dieses Lied in meinem Ohr, es singt die Farbe Grün: weite Wiesen, Wälder mit Bäumen höher als die Ruinen. Es singt von der Farbe Blau: unendliche Ozeane, Seen, Flüsse, Wasser. Ich lecke meine Tränen auf und schmecke das allgegenwärtige Salz auf der Zunge. Ich fange an zu sprechen, meine Kinder hören mir aufmerksam zu.

Ausgedörrte Erde mit einzelnen Grasbüscheln, Foto: JB 2021

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..